Baltic Dry Index (BDI)

Für eine reale Beurteilung der Wirtschaft brauchen wir, wie in allen anderen Bereichen auch, objektive Variabeln.

Dieser Index (BDI) ist dafür besonders interessant, da er weltweit und relativ repräsentativ für die echte Konjunktur ist, d.h., die von den Finanz- und Spekulationskräften beeinflusste Weltwirtschaft widerspiegelt.

Dieser Index entstand schon 1744 in London als Verhandlungsgrundlage der Reeder und Kapitäne zur Vereinbarung von Transporten, Produkten und Mengen sowie für die Verwaltung ihrer Flotten. Dieses Gebiet in Nordeuropa, das von den Balkanstaaten über Skandinavien bis nach Schottland reichte, war viele Jahrhunderte lang ein konstanter und kontinuierlicher Wirtschaftsraum, so dass es logisch war, ihn als Referenz für einen Index zu wählen.

Erst gegen Ende des 20. Jh. wurde dieser Index auf den Welthandel ausgeweitet und sind darin die täglichen Frachtdaten der weltweit wichtigsten Häfen mit ihren Preisen, Schiffstypen, etc. verankert.

Andererseits beobachten wir zur Vermeidung von Schwankungen Indizes mit logarithmischen mittleren Gewichtungen über kürzere oder längere Zeiträume, um die oft markanten Tagesschwankungen auszugleichen.

Wir betonen seine Bedeutung, weil er sich auf den echten Stand der weltweiten wirtschaftlichen Aktivität bezieht; Der Transport von Gütern, die gekauft und verkauft werden.

Wenn es auch stimmt, dass das neue Finanzingenieurwesen zu bestimmten Zeiten auf globaler Ebene zu Raten von 25% Realwirtschaft gegen 75% Finanz- und Spekulationswirtschaft geführt hat, ist es zurzeit sehr zu empfehlen, sich bedachtsam besser auf Parameter „ohne Rauch“ zu konzentrieren.

Mit der täglichen Beobachtung des BDI kann man nicht nur das Verhalten der großen Wirtschaftsräume (USA, Europa und China), sondern auch die Bewegungen kleinerer wirtschaftlicher Akteure voraussehen (z.B. die im Sommer 2010 hervorgerufene Aktivitätssteigerung durch einen vermehrten Weizenhandel wegen der massiven Waldbrände in Ostrussland).

Die aufmerksame Beobachtung dieses Index macht wirtschaftliche Bewegungen wie steigende Kohleimporte nach China wegen eines ungewöhnlich strengen Winters deutlich, oder, dass jedes Mal, wenn der offizielle Geldpreis zur Abkühlung der „Wirtschaftsblase“ im Bauwesen in diesem Land angehoben wird, der Import von Wellblech für den Zivilbau aus Australien sinkt.

Das ist eine sehr sensible Graphik ohne Verzerrungen. Wenn die politischen Führer behaupten, dass die wirtschaftliche Erholung schon zu fühlen ist oder in L, U, V oder W sein wird, brauchen wir nur ins Internet zu gehen, um die Wirklichkeit zu sehen: http://www.bloomberg.com/quote/BDIY:IND.

Noch hinzuzufügen sei, dass dieser Index in Lateinamerika kaum genutzt wird und einen wichtigen Wirtschaftsvorteilsfaktor für die Unternehmen sein kann, die ihn für ihre Vorausplanungen nutzen.

18. April 2013 von Albert Vila | Themen: Unternehmen, Finanzieren, Management, Makroökonomie

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